22:46


Es ist 22:30. Jetzt im Moment. Ich sitze auf meinem Bett, weit entfernt von der Uhr, die auf meinem Schreibtisch steht und doch höre ich sie so klar, als würde sie neben mir stehen. Sie zählt die Stunden, die schon vergangen sind, seit dem Vorfall mit uns. Es sind schon 1 460,9688 Stunden. Was solls. 
Wenn ich mir den Himmel so anschaue, sehe ich einen schwarzen Schleier der die Welt umarmt. Oder eher einen  Bruchteil der Welt. Ich würde  jetzt gerne wieder auf einer Decke draußen auf der Wiese liegen und in den Himmel schauen. Sterne zählen und über all' die schlechten Dinge nachdenken und danach lernen zu vergessen.
Philipp Poisel hören und einfach nur auf seine Stimme hören, ohne drüber nachzudenken, worüber er singt.
Meine Kamera in die Höhe halten und nur Bilder vom pechschwarzen Himmel machen. Wen stört's, dass man nicht erkennt, ob es ein Himmel ist. Wenn er wie in dieser Zeit so leer wirkt, ohne Sterne die auf uns runterschauen und uns vielleicht beschützen. Vielleicht denkt ihr ich sei verrückt oder nicht ganz Dicht im Kopf. Naja, und wenn schon. Es stört mich nicht mehr, denn, es ist eure Meinung die ihr euch überlegt habt, kennt mich eigentlich gar nicht und doch so gut. Denkt, ich wäre bloß ein blödes fünfzehn Jähriges Mädchen, dass nicht mal eine Ahnung von alledem hat. Aber nun, da teuscht ihr euch ein wenig. Ich weiß eigentlich zu viel von alledem. Hab das alles satt. Will einfach nur einschlafen, aber kann nicht. Tausend Gedanken schwirren in meinem Kopf und drohen mir, dass ich sie ausspreche. Gedanken die man besser nicht denkt. 
Und morgen wird das Telefon wieder um 11Uhr klingeln, und ich werde wieder nicht abnehmen. Vielleicht rufst du jeden Tag gegen 11Uhr an, oder es ist eine von diesesn Werbefritzen, die einem was andrehen wollen, mir egal. Ich habe noch den einen Brief, den er mir zu Weihnachten geschickt hat. Mit seinen Irre süßen Zeichnungen. Die sind wirklich irre süß. Und die Worte auf diesem Karrierten Blatt Papier, sind die schönsten Worte, die ich jemals lesen durfte. Oh, ich bin wieder in die Vergangenheit geplumpst. Schlechte Entscheidung. RAUS DA , RAUS DA , RAAAAAAAAUS DA !
"Ist ist ok" sagten sie mir. "Du kannst endlich wieder frei sein und hast keinen stress mehr und auch keine schmerzen mehr". doch in meinem Kopf schreit meine Stimme immer wieder "ich habe mehr stress und schmerz als jemals zuvor. mein herz fühlt sich an als würde es implodieren und mein kopf,als würde es aussetzen. und nichts ist mehr ok. ok war es, als ich ihn noch auf meiner seite hatte. wovon jetzt nicht mehr die rede ist !" und ich höre diese Stimme so deutlich, als würde es mir jemand ins Ohr schreien. Es tut weh.


PS: nichts ist für immer und nichts mehr ok

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